Mittweida, 04.08.2019, von Sören Krauß

Großbrand bei der Pyral AG in Mittweida

Einsatz des Bergeräumgerätes unter schwerem Atemschutz

Teleskopstapler im Einsatz beim Großbrand in Mittweida, Pyral AG

Am Sonntag (04.08.2019) um 08:00 Uhr wurde die Fachgruppe Räumen und die 1. Bergungsgruppe des Freiberger THW-­Orts­verbandes zur Pyral AG in Mittweida gerufen. Dort brannte seit einigen Stunden eine ca. 10.000 qm großen Lagerhalle. Aufgabe für die Freiberger Helfer war es, unter Einsatz von schwerem Atemschutz und mit Hilfe des Bergeräumgeräts einen Zugang zu schaffen, da sich das Feuer im Bereich zwischen dem inneren Betondach und dem aufgesetzten äußeren Wetterschutzdach ausbreitete.

Zuvor waren am Samstagabend auf dem Boden der eigentlichen Halle Wertstoffballen in Brand ge­raten. Diese Brände konnten durch die Einheiten der Feuerwehr bis zum Sonntagmorgen weitest­gehend unter Kontrolle gebracht werden. Durch die freigesetzte Hitze wurde dann aber das Dämm­material zwischen dem Betondach der Halle und der darüber liegenden Dachdeckung in Brand gesetzt. Die Konstruktion bestand aus einem Betondach mit einer alten Bitumenbahnen-Abdichtung und einem nachträglich darüber errichteten  Blechdach mit Holzunterkonstruktion. In diesem Zwischenraum wütete seit Stunden ein Schwelbrand mit großer Rauchentwicklung, der mit Mitteln der Feuerwehr weder von außen noch von innen erreichbar war.

Darum wurde, über den Fachberater des THW-Ortsverband Chemnitz, das Bergeräumgerät des Freiberger Ortsverbandes angefordert. Der Teleskopstapler der Firma Dieci Modell Icarus 40.14 verfügt über einen Arbeitskorb mit dem in einer Höhe von bis zu 14m gearbeitet werden kann. Der erste Versuch aus dem Inneren der Halle eine Öffnung in das Zwischendach zu schneiden misslang aber. Auch zeigte dieser Versuch, dass die Arbeiten nur unter schweren Atemschutz durchführbar waren.

Danach wurde die Sache andersherum angegangen und es wurde versucht von oben Öffnungen in das Dach zu schneiden. Als Absicherung standen Löschtrupps der Feuerwehr bereit. Durch die enorme Hitze im Dach wirkten die geschaffenen Öffnungen innerhalb kürzester Zeit wie ein Kamin und  machten das Weiterarbeiten selbst unter Atemschutz unmöglich. Da die Eigensicherung der Einsatzkräfte so nicht gewährleistet werden konnte, wurden diese Arbeiten auch schnell wieder beendet. Außerdem zeigte sich, dass die stabil ausgeführte Dachkonstruktion sehr widerstandsfähig gegen Öffnungs­versuche, auch mit schwerem Gerät, war. Als letzte Möglichkeit wurde versucht, Teile des Blechdachs bzw. des Firsts per Teleskopstapler und Drahtseil abzureißen. Auch dieser Versuch scheiterte an der zu stabilen Befestigung des Blechdachs.

Gegen 22:30 Uhr wurden die Freiberger Kameraden durch die Kameraden des Ortsverband Chemnitz abgelöst. Nur die beiden Bergeräumgerätfahrer blieben an der Einsatzstelle, um die fachgerechte Bedienung des Teleskopstaplers zu gewährleisten. Diese konnten gegen 05:00 Uhr ebenfalls zurück in den Ortsverband verlegen.

Der Ortsverband Freiberger bedankt sich bei den Kameraden der Feuerwehr Mittweida und des Ortsverband Chemnitz für die gute Zusammenarbeit.  Ein besonderen Dank geht an die Fachgruppe Räumen des Chemnitzer Ortsverband. Diese hatten das Bergeräumgerät der Freiberger mit ihrem Tieflader zur Einsatzstelle und zurück nach Freiberg gebracht.

Text: Sören Krauß, Fotos: THW OV Chemnitz / THW OV Freiberg


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